»Welt.Unter!?« - Satirischer Weltuntergang auf der Bürger:innenbühne
„In der Sphärenharmonie stimmt etwas nicht.“ Mit diesem Satz beginnt das satirische Theaterstück „Weltuntergang oder Die Welt steht auf keinen Fall mehr lang“ von Jura Soyfer, das 1936 uraufgeführt wurde. Darin rast ein Komet auf die Erde zu – doch obwohl die Katastrophe unmittelbar bevorsteht, verschließt die Menschheit lieber die Augen vor der Wahrheit. Professorin Guck hätte einen Plan zur Rettung, aber niemand hört zu. Stattdessen gilt: „Wahr ist falsch und falsch ist wahr.“ Soyfer, der in den 1930er-Jahren als politischer Schriftsteller in Österreich wirkte und 1939 im Konzentrationslager KZ Buchenwald starb, schuf mit seinem Stück eine bissige Parabel über Ignoranz, Macht und gesellschaftliche Verblendung.
Gemeinsam mit dem Ensemble der Bürger:innenbühne hat die Leiterin Veronika Schepping das Stück neu betrachtet und unter heutigen Perspektiven weiterentwickelt. Ausgehend von Soyfers Vorlage wurden einzelne Szenen übernommen und durch neue, gemeinsam entwickelte Szenen ergänzt. Im Zentrum der Inszenierung steht die Frage: Was würden wir tun, wenn uns eine solche Bedrohung tatsächlich unmittelbar bevorstünde? Wegsehen, hoffen, lieben, handeln? Die Produktion verbindet Soyfers zeitlose Satire mit heutigen Erfahrungen und lädt das Publikum dazu ein, über Verantwortung, Wahrheit und unsere Zukunft nachzudenken.
Ensemble: Beate Bogon, Ruth Göbel, Andreas Gorgs, Kathi Groß, Petra Hiller, Jasmin Khan, Hans Willi Schmidt, Nava Skrobicki, Jana Weber, Tillmann Wiederhold
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