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© Kerstin Schomburg
Schauspiel

Nach Bertolt Brecht in einer Fassung von Adewale Teodros Adebisi

Der aufhaltsame Aufstieg des Arturio Ui

»So was hätt’ einmal fast die Welt regiert! Die Völker wurden seiner Herr, jedoch Dass keiner uns zu früh da triumphiert – Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.«

Mit diesen Worten ließ Bertolt Brecht 1941 den Lehr-Epilog seiner Parabel auf die Machtergreifung Adolf Hitlers enden. Angesiedelt im Gangster-Milieu Chicagos zeigt er darin am Beispiel der Titelfigur Arturo Ui, wie eigennützige und profitorientierte Entscheidungen mächtiger Menschen extremistischen Ansichten den Weg in die Mitte der Gesellschaft und an die Spitze weitreichender Macht ebnen können: Denn die Kaufleute Chicagos bedienen sich – trotz anfänglicher Bedenken – der brutalen und skrupellosen Methoden des Gangsterbosses, womit sie ihm schließlich zur Herrschaft über die Stadt und ihre Bürger:innen verhelfen. Die Parallelen dieser Satire zum Aufstieg Hitlers und der NSDAP waren für das Publikum über die letzten Jahrzehnte hinweg immer offensichtlich; heute finden sich mehr Zuordnungen als diese einzige schablonenhafte Entsprechung, ob in Deutschland oder anderen Teilen der Welt – der von Brecht beschriebene Schoß gebiert fleißig. Haben wir wirklich nichts aus Geschichten wie dieser gelernt?

Bertolt Brecht wurde als Eugen Berthold Friedrich Brecht 1898 in Augsburg geboren und starb 1956 in Ost-Berlin. Der Begründer des Epischen Theaters und des Berliner Ensembles gilt als einer der einflussreichsten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts, zu seinen berühmtesten Werken zählen »Die Dreigroschenoper«, »Mutter Courage und ihre Kinder« und »Die heilige Johanna der Schlachthöfe«.

Nächste Termine

Sa 13.03.202727
19:30 Uhr
Neuss | Große Bühne
Premiere

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