Podiumsdiskussion: 35 Jahre deutsche Einheit – erinnern, erzählen, gestalten
Demokratie Rleben
Im Mittelpunkt des Podiumsgesprächs steht die Frage, wie wir die deutsche Einheit aktiv gestalten und demokratische Strukturen in herausfordernden Zeiten zukunftssicher machen können. Persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Entwicklungen und historische Einordnungen treten auf dem vielfältig zusammengesetzten Podium in den Dialog. Ergänzt wird die Experten-Perspektive durch die Erfahrungsberichte des ehemaligen Neusser Bundestagsabgeordneten und Minister a. D. Hermann Gröhe.
Expert:innen
1) Dr. Frank Hoffmann
Dr. Frank Hoffmann ist Geschäftsführer des Instituts für Deutschlandforschung der Ruhr-Universität Bochum. Er hat jahrelange Erfahrungen in der Vermittlung von zeithistorischen und kulturwissenschaftlichen Informationen über die DDR und die deutsche Einheit. Hoffmann leitet regelmäßig Exkursionen für Studierende und Bürger/-innen nach Ostdeutschland und möchte auch „tief im Westen“ Aufmerksamkeit und Interesse für Themen rund um die deutsche Teilung und Einheit wecken. Kooperationen mit diversen Bildungsträgern, Vorträge, Moderationen und Publikationen gehören ebenfalls zu seinen Tätigkeiten. Bei Podiumsgesprächen ist ihm Ausgewogenheit und wechselseitiger Respekt aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die Möglichkeit zum Gespräch untereinander besonders wichtig.
2) Paulino José Miguel
Paulino Miguel kam 1982 mit 11 Jahren allein aus Mosambik in die DDR, um dort seine schulische und später auch berufliche Ausbildung fortzusetzen. Grundlage hierfür war ein Staatsvertrag zwischen Mosambik und der DDR, der 900 Jugendlichen zwischen 12 und 14 Jahren ermöglichte, in Deutschland einen Schulabschluss zu machen. Der Erziehungs- und Politikwissenschaftler promoviert derzeit über die Frage, inwiefern Schulbildung in Mosambik den Frieden fördert oder behindert. Seit 2008 leitet er beim Stuttgarter Forum der Kulturen das „Kompetenzzentrum Migration Entwicklung Partizipation“. Außerdem ist er Repräsentant der migrantischen Organisationen im Rat für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Baden-Württemberg. Für sein Engagement als Brückenbauer in der Arbeit für die Rechte von Migrantinnen und Migranten, den interkulturellen Dialog und die Entwicklungszusammenarbeit wurde Paulino Miguel 2025 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
3) Hermann Gröhe
Hermann Gröhe war bis Februar 2025 der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Neuss I und hat in seiner politischen Laufbahn viele Ämter bekleidet. In der Zeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel waren darunter so hochrangige Positionen wie Staatsminister bei der Bundeskanzlerin, Generalsekretär der CDU Deutschlands und Bundesminister für Gesundheit. Er ist neuer designierter Präsident des Deutschen Rotes Kreuzes.
Seine ersten politischen Erfahrungen sammelte Hermann Gröhe, dessen Eltern 1958 aus Leipzig geflohen sind, als Schüler am Neusser Quirinus-Gymnasium in der Schüler Union und der Jungen Union.
Gemeinsam mit Ehefrau Heidi lebt er im Herzen von Neuss. Das Ehepaar hat vier Kinder.
Moderation: Ira Peter
Ira Peter wurde 1983 in der Sowjetunion geboren. Seit 1992 lebt sie in Deutschland. Nach dem Studium der Fächer Literaturwissenschaften und Psychologie in Heidelberg und Nizza ist sie als freie Journalistin für verschiedene Zeitungen und Medien tätig. Seit 2020 ist sie ein Host des Podcasts „Steppenkinder“, in dem über die Erfahrungen von Aussiedlerinnen und Aussiedlern aus postsozialistischen Staaten und ihrem heutigen Leben in Deutschland gesprochen wird. Im März 2025 erschien ihr erstes Buch “Deutsch genug? Warum wir endlich über Russlanddeutsche sprechen müssen”. Bei Podiumsgesprächen ist Ira Peter ein wertschätzender Rahmen und ein respektvoller Umgang unter den Podiumsgästen und mit dem Publikum wichtig.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Volkshochschule Neuss, dem Rheinischen Landestheater und wird gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
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